Ist die "Bildungs-Card" der richtige Weg?

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Portal TeacherNews zitiert eine Pressemeldung, in der sich...

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Portal TeacherNews zitiert eine Pressemeldung, in der sich  Prof. Dr. Axel Plünnecke zur „Bildungs-Card“ äußert, die momentan von Bundesministerin von der Leyen zur Umsetzung des „Hartz IV-Urteils“ des Bundesverfassungsgerichts geplant wird: Die Bildungs-Card könnte Nachhilfe, Schulmaterial und Mittagessen sowie den Besuch von Musikschulen oder Sportvereinen finanzieren und so an die Stelle von Geldleistungen treten. Die Gutscheinlösung ist auch aus ökonomischer Sicht zu begrüßen, da die Treffsicherheit der öffentlichen Förderung erhöht wird und gleichzeitig Eltern eine größere Wahlfreiheit bei der Auswahl von Förderleistungen haben. Dies bestätigen auch Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Zudem zeigt eine aktuelle Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung dafür ist, zusätzliche Leistungen für Kinder nicht als Geld- sondern als Sachleistungen zur Verfügung zu stellen.

Klar, Geldleistungen können für andere Zwecke missbraucht werden, was bei Sachleistungen schwerer fallen dürfte. Dass die Mehrheit der Bevölkerung in einer Befragung für Sachleistungen ist, kann angesichts des klassischen Hartz IV – Stempels, der auch von den Medien verabreicht wird, noch nachvollzogen werden. Es gibt eben diejenigen, die das System missbrauchen. Wie viele das sind, sei einmal dahingestellt. Es gibt aber auch diejenigen, die das System nicht missbrauchen und unverschuldet in den Hartz IV – Bereich „absinken“ und mit einer solchen Card – bitte nennt sie Karte!!! – bevormundet werden, als könnten sie selbst nicht haushalten. Sicher, die Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft, wonach die „Treffsicherheit“ von Transferleistungen erhöht wird, ist nicht von der Hand zu weisen, aber gleichzeitig von einer größeren „Wahlfreiheit“ für Eltern zu sprechen, leuchtet mir nicht ein. Fakt ist: Mit einer „Bildungs – Card“ wird die Datensammelwut des Staates weiter unterstützt!

Ihr

Gernot Herz


Ist die "Bildungs-Card" der richtige Weg? ist im Original erschienen auf Teachpapers am Wednesday, den 18. August um 11:54. Bitte beachten Sie unsere Bedingungen zur Nutzung des RSS-Feeds.


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